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Aufgrund der königlichen Blockade des Hafens Callao erlangt Ancón offensichtliche Bedeutung. Wie wir bereits erfahren haben, erhob San Martín am 28. Juli Ancón in die Kategorie eines Hafens. Trotzdem war Ancón nach 1863 weiterhin ein leutseliges Fischerdorf, in dem die Menschen in rustikalen Schilfhäusern wohnten und in das in den Sommermonaten einige Familien der umliegenden Landgüter zum Baden kamen.

Das Fischerdorf von Ancón beginnt sich 1867 herauszubilden, als Modesto Basadre, ein Bürger von Lima, das Privileg der Konstruktion einer Eisenbahnlinie von Lima nach Ancón und dem Tal von Huacho erbittet. Doch wurde dieser Vertrag im März 1870 an Waldo Graña, einem der Direktoren der Bank von Peru übertragen. Am 19. des Folgemonats wurde die Strecke nach Ancón für das Publikum eröffnet und gleichermaßen schnell konstituierte sich das Strandbad von Ancón.

Der Präsident José Balta dürfte ohne Zweifel als die Persönlichkeit angesehen werden, welche die Herausbildung des gegenwärtigen Ancón vollzog. Am 13. Februar 1869 verabschiedete Balta ein Oberstes Dekret, in welchem er “den Ingenieur Federico Blume autorisiert, den Ort zu studieren und einen Plan der neuen Siedlung zu erheben” und in dem die Zone für den Hafen, die Schule, das Hospital, das Rathaus und den Friedhof zugewiesen wird. Seit diesem Zeitpunkt etabliert sich Ancón als ein zur Erholung, Entspannung und Sommerfrische umworbenes Strandbad.

Der Ort Ancón wurde am 29. Oktober 1874 durch ein Dekret des konstitutionellen Präsidenten Manuel Pardo Lavalle zum Distrikt erhoben.

Während des Krieges gegen Chile ist Ancón Szenarium verschiedener Ereignisse, die das ruhige Leben des Ortes stören. Die bedeutsamste Episode des Krieges, welche in Ancón stattfand, geschah am 4. Januar 1881. Jorge Basadre schreibt dazu: "Der Friedensvertrag wird nach Ancón benannt, da seine definitive Abfassung in dem gleichnamigen Strandbad vereinbart wurde, und er wurde in Lima unterzeichnet."

Im Jahr 1901 verfügt der verfassungsgebende Kongreß durch ein Gesetz vom 20. September, daß die Ansiedlungen von Ancón, Barranco und Miraflores das Ortsrecht erhalten.

1930 wird die Konstruktion der Straße Lima – Ancón abgeschlossen, eine Tatsache, die eine unbestreitbare Verringerung des Schiffsverkehrs zur Konsequenz hatte und folglich auch das Verschwinden der Hafenaktivitäten in Ancón.

1939 autorisiert der Präsident Oscar R. Benavides in den Strandbädern von Ancón, Chancay, La Herradura und Pucusana die Durchführung von Sanierungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Im Jahr 1940 installiert man das erste elektrische Leitungsnetz. In dieser Zeit besaß das Strandbad bereits bedeutende Dienstleistungsangebote (Restaurants, Spielkasino, Hotel etc.), öffentliche Verkehrsmittel wie Autobusse und Eisenbahn, ein Kino, eine Kirche schulische Einrichtungen.

Zwischen den Jahren 1945 bis 1967 konsolidiert sich Ancón als das erstrangige Strandbad von Lima.

Die Modernisierung des Strandbades ergab sich aus dem Einfluß der Baukonjunktur, die sich zu Beginn der Regierung von Manuel A. Odria (1948-1956) einstellte und die die Erweiterung des Straßennetzes und den Ausbau der Straße Lima – Ancón zur lokalen Folge hatte, letzteres als Teil des endgültigen Verlaufs der nördlichen Panamericana.

An den Stränden von Ancón weilten intellektuell herausragende Persönlichkeiten auf Sommerfrische, zu denen man neben anderen den Traditionalisten Ricardo Palma, den Geschichtswissenschaftler Raúl Porras Barrenechea, den Präsidenten Mariano Ignacio Prado, den Präsidenten Bustamante y Rivero sowie den Politiker José Gálvez zählen kann.
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